Am 26. Juni 2026, einem Freitag, telefonierte ich mit meiner Mutter: ein gemütliches „Wie geht’s, wie steht’s“ Gespräch auf der Couch. Doch im Laufe der Plauderei erzählte sie mir von einem Zeitungsbericht, mit der Info, dass der Tierrechts-Autor Helmut F. Kaplan verstorben sei.
Ich wusste bis dato nichts davon und suchte nach unserem Gespräch im Internet nach weiteren Informationen bzw. einer Bestätigung. Und tatsächlich, meine Mutter hatte Recht:
Dr. Helmut F. Kaplan verstarb bereits am 18. Mai 2026 im Alter von 73 Jahren [vgl. 1, 4].
Ich hatte mit Helmut – wir waren per Du – eine Zeit lang immer wieder Kontakt. Meine Mutter wusste davon, deshalb sprach sie mich darauf an.
Laut Martin Balluch war Helmut F. Kaplan „der echte Pionier der österreichischen Tierrechtsbewegung“ [2]. Er hat viele Bücher geschrieben, Vorträge gehalten und war beispielsweise auch in diversen Talkshows präsent [vgl. 1, 2, 3].


„Wir brauchen für den Umgang mit Tieren keine neue Moral. Wir müssen lediglich aufhören, Tiere willkürlich aus der vorhandenen Moral auszuschließen.“
– Helmut F. Kaplan [6]
Direkt neben Helmut gewohnt
Mein erster Kontaktpunkt mit Dr. Kaplan war ein ziemlicher Zufall:
Herr Kaplan wohnte – wie ich einst – im Salzburger Stadtteil Nonntal und seine Wohnung befand sich im gleichen Gebäude wie meine erste Wohnung in der Stadt Salzburg. Für mich war es damals der Beginn meiner veganen Reise, also etwa vor 9 Jahren.
Die Wohnung von Helmut F. Kaplan war nicht nur im selben Gebäude, sondern direkt neben meiner günstigen Dachgeschoß-Garconniere, welche ich ab Jänner 2017 mietete. Ich wusste damals nicht, dass Helmut ein bekannter Tierrechtler bzw. Wegbereiter der österreichischen Tierrechtsszene war [vgl. 2]. Ich las nur sein Türschild und bemerkte dabei, dass hier eine Person mit Doktor-Titel wohnt.
Durch die Wände meiner damaligen Wohnung hörte ich Helmut öfters mal telefonieren und es wirkte auf mich oft so, wie wenn er ebenfalls mit seiner Mutter telefonierte. Heute lache ich darüber und bin froh über diese sehr persönliche Erinnerung (es hat mich aber auch damals nicht gestört).
In der kleinen Einsteiger-Wohnung – direkt neben einer viel befahrenen Straße – wohnte ich jedoch nicht sehr lange: im Mai 2018 suchte ich bereits einen Nachmieterin. Der Grund für die relativ kurze Mietdauer war natürlich nicht Helmut, sondern vor allem der Lärm und die Hitze. Trotz Blick auf die Salzburger Festung war das nicht so der Hit! 😉
Irgendwie und irgendwann habe ich dann erfahren, dass neben mir nicht nur ein gebildeter Mensch lebte, sondern ein bekannter Tierrechts-Autor. Als angehender Veganer war ich natürlich völlig begeistert über diesen lustigen/ehrenvollen Zufall! 😀

„Die ethische Weltformel ist längst gefunden, nur haben es die Philosophen noch nicht bemerkt: Behandle andere so, wie du an ihrer Stelle behandelt werden möchtest.“
– Helmut F. Kaplan [6]
Gespräch in der Nähe vom Bräustübl
Im September 2019 sah ich dann Helmut F. Kaplan zufälligerweise in der Nähe der bekannten Biergaststätte „Bräustübl“ im Salzburger Stadtteil Mülln spazieren (ich glaube er hat dort ganz gern mal ein Bierchen getrunken 😉 🍺). [vgl. 7 Klappentext, 8]
Helmut war in der Öffentlichkeit leicht zu erkennen, er war einfach eine Erscheinung mit unverwechselbarem Style: er hatte graue, zurückgekämmte, volle Haare und trug in der Regel einen klassischen, beigen Trenchcoat in Kombination mit sportlichen Turnschuhen!
Wissend, das Herr Kaplan eine bekannte Persönlichkeit der Tierrechtsszene ist, nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und sprach ihn am Gehweg an: „Bitte entschuldigen Sie, sind Sie Herr Kaplan, der bekannte Tierrechts-Autor?“ Irgendwie so leitete ich das Gespräch ein und wir plauderten eine gute Weile über Veganismus und Tierrechte. 🙂
Helmut zeigte sich, soweit ich mich erinnern kann, recht skeptisch, was die Entwicklung des Veganismus betraf bzw. sah diese nicht so positiv wie ich. Ich glaube seine Bedenken waren etwa scheinbare Legitimationsgründe für Fleischkonsum, auf Basis von aufstrebenden Labels wie etwa „Bio“ oder „regional“ [vgl. 5, S. 7–8].
Trotz teils abweichender Einschätzungen, war es eine überaus wertschätzende erste Plauderei und ich freute mich wahnsinnig, mit einer derart schillernden Persönlichkeit in Austausch zu treten!

„Wer glaubt, die Welt verbessern zu können, ist ein Narr. Wer es nicht versucht, ein Verbrecher.“
– Helmut F. Kaplan [6]
Treffen in vegan/vegetarischem Café
Ca. eine Woche nach unserem ersten Gespräch sendete ich Helmut eine E-Mail-Anfrage für ein „VEGAN IST EXTREM!“-Interview.
In der Antwort schrieb Helmut, dass wir das vielleicht machen können, davor aber darüber reden müssen und uns erstmal in der Stadt auf einen Kaffee oder ein Bier treffen könnten. Bei einer derartigen Gelegenheit könne er mir dann auch ein paar seiner Bücher geben (ich fragte ihn zuvor bloß, mit welchem seiner Bücher ich denn starten soll).
Im nächsten Monat, also im Oktober 2019, trafen uns dann im vegan/vegetarischen „The Heart of Joy Café“. Soweit ich mich erinnere, hat mir Helmut hier direkt ein paar seiner Bücher mitgenommen bzw. sogar geschenkt, was mich natürlich extrem gefreut hat!
Im Café plauderten wir abermals über Veganismus, Tierrechte, seine Bücher, aber auch über mein eigenes Projekt „VEGAN IST EXTREM!“. Auch hierzu äußerte Helmut seine Meinung, sowie Empfehlungen und Verbesserungsvorschläge – grundsätzlich empfand er das Projekt sehr positiv.

„Die ethische Weltformel ist längst gefunden, nur haben es die Philosophen noch nicht bemerkt: Behandle andere so, wie du an ihrer Stelle behandelt werden möchtest.“
– Helmut F. Kaplan [6]
Treffen in der neuen Wohnung
Nachdem ich meine Wohnung im Nonntal verlassen hatte, fand ich glücklicherweise eine deutlich ruhigere Wohnung im Salzburger Stadtteil Maxglan. Dort war Helmut ca. zweimal zu Gast, einmal im Dezember 2019.
Anlass für dieses Treffen waren diversen Online-Problemstellungen bzw. meine Hilfestellung hierbei – konkrete Themen waren etwa seine Bücher auf Amazon, sein Facebook und seine Website.
Bei all diesen Kanälen bzw. Vertriebswegen ging es Helmut, meiner Einschätzung nach, nie wirklich ums große Geld – auch wenn er einmal darüber scherzte und in sinngemäß meinte er will damit stinkreich werden.
Ich glaube im Kern ging es Helmut F. Kaplan stets um die Tiere bzw. deren Rechte. Sogar in seiner Sterbeanzeige wird um eine Spende an „Vier Pfoten“ gebeten, anstelle von „Blumen und Kränzen“ für ihn selbst [4].
„Helfen können bedeutet helfen sollen.“
– Helmut F. Kaplan [6]

Interview und letzte Begegnung
Im Februar 2020 sendete ich Helmut dann meine Interviewfragen via E-Mail. Insgesamt waren es 10 Fragen und über das daraus entstandene Interview freue ich mich heute noch sehr!
Nach dem Interview hatten wir immer weniger Kontakt. Ein Grund dafür war mein berufsbegleitendes Masterstudium – ich hatte in dieser Phase generell sehr wenig Zeit zur Verfügung.
Es vergingen ein paar Jahre als ich Helmut das letzte mal sah. Ich glaube es war im Jahr 2025, als ich ihn zufällig in der Stadt traf und wir ein paar Worte wechselten. Leider ist Helmut F. Kaplan nicht viel später – am 18. Mai 2026 – im Alter von 73 Jahren verstorben [1].
Ein großer Tierrechtler mit dem Herz am rechten Fleck ist von uns gegangen – DANKE Helmut für deinen langjährigen, leidenschaftlichen Einsatz für die Tiere und dass ich dich kennenlernen durfte! 📖🐷⚖️

„Tiere haben das Recht, daß ihre Interessen gleich berücksichtigt werden wie vergleichbare menschliche Interessen.“
– Helmut F. Kaplan [6]

„Das Ziel muss sein, eine vegane Welt zu schaffen.“
– Helmut F. Kaplan [3, Min 5:30]
Quellen
Nachfolgend findest du die im Beitrag genannten Quellen:
[1]: Helmut F. Kaplan – Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_F._Kaplan (abgerufen am 04.07.2026) [2]: Nachruf für den Tierrechtspionier Helmut F. Kaplan – DDr. Martin Balluch, Verein gegen Tierfabriken. https://vgt.at/de/aktuelles/detailseite/8842/nachruf-fuer-den-tierrechtspionier-helmut-f-kaplan.html (abgerufen am 04.07.2026)
[2]: Nachruf für den Tierrechtspionier Helmut F. Kaplan – DDr. Martin Balluch, Verein gegen Tierfabriken. https://vgt.at/de/aktuelles/detailseite/8842/nachruf-fuer-den-tierrechtspionier-helmut-f-kaplan.html (abgerufen am 04.07.2026)
[3]: An Interview with Austria’s Dr. Helmut F. Kaplan: Leading Voice for Animal Rights (2/2) – YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=TaVLqZuPjVY (abgerufen am 09.08.2026).
[4]: Dr. Helmut F. Kaplan – Bestattung Jung. https://jung.gemeinsam-trauern.net/begleiten/helmut-f–kaplan (abgerufen am 09.08.2026).
[5]: Kaplan, Helmut F. (2017): Tierrechte – Das Ende einer Illusion? Warum es die Tierrechtsbewegung so schwer hat. BoD – Books on Demand.
[6]: Zitate, Zitate von Helmut F. Kaplan – Tierrechte Kaplan. https://tierrechte-kaplan.de/tierrechte-zitate/ (abgerufen am 09.08.2026)
[7]: Kaplan, Helmut F. (2014): Tierethik, 10 Gründe für einen anderen Umgang mit Tieren. BoD – Books on Demand.
[8]: Augustiner Bräu Kloster Mülln – Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Augustiner_Br%C3%A4u_Kloster_M%C3%BClln

Seit ein paar Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Veganismus und dessen Auswirkung auf Tiere, Umwelt und Gesundheit. Ich mache mir gerne Gedanken über philosophische Themen, bin aber auch sehr gerne mal faul und regelmäßig auf meiner Couch zu finden. Eine große Tasse Kaffee (mit Sojamilch 😉) und ein guter Film an einem Sonntagvormittag – was will man mehr? ☕🛋
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