Vielleicht kennst du das: Du bist bei deinen Eltern auf Besuch und hast plötzlich das Verlangen nach Süßem. Schoko-Alarm! Am besten eine ordentliche Tafel Schokolade. Ein Schokoriegel oder zumindest Kekse mit Schokoüberzug würden aber auch schon reichen! 😉
Du gehst zur allseits bekannten Süßigkeiten-Lade, blickst gespannt hinein und kurze Zeit später die Enttäuschung: Keine vegane Schokolade dabei! Hektisch liest du die Zutatenlisten wieder und wieder durch – doch es wird nicht besser, Schoko und anderer Süßkram sind nicht vegan!
Zugegeben: In so einer Situation hilft wohl nur eiserner Verzicht oder eben der Weg zum Supermarkt. Doch warte! Eine Notlösung fällt mir noch ein: Vielleicht befindet sich bei den Kochutensilien eine Zartbitterschokolade – besser als nichts! 😉
Aber ist diese überhaupt vegan?! Und ab wann ist Schokolade eigentlich vegan? Nachfolgend ein paar Antwortversuche und weitere Tipps rund um vegane Schokolade!
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Wann ist Schokolade vegan?
Kurz gesagt sollte man beim Schoko-Kauf – wie auch bei anderen Produkten – tierische Stoffe meiden.
Tierische Stoffe meiden mithilfe von Siegel
Die Hauptzutat von Schokolade sind Kakaobohnen – ein rein pflanzlicher Inhaltsstoff [vgl. 17, 18]. Diese werden im Zuge der Schokolade-Herstellung weiterverarbeitet, z. B. in Kakaopulver und Kakaobutter, wobei sich der Begriff „Butter“ hier nicht auf tierische Fette bezieht [vgl. 19, 17].
Neben weiteren veganen Inhaltsstoffen wie z. B. Zucker, können jedoch auch tierische Stoffe zugesetzt werden, wie etwa [vgl. 2, 3]:
- Kuhmilch
- Butterreinfett
- Schellack (E 904, von Lackschildläusen)
- Honig
Einige der tierischen Inhaltsstoffe können wiederum in verschiedenen Formen und Bezeichnungen auftreten, zum Beispiel als:
- Milchpulver
- Magermilchpulver
- Molkepulver
- Süssmolkenpulver
- Vollmilchpulver
- Laktose
- Honigpulver


Auch sogenannte Verarbeitungs-Hilfsstoffe im Produktionsprozess sollten nicht tierischen Ursprungs sein (Beispiel: Fischblasen zur Klärung von Wein) [vgl. 14, 8].
Weitere Probleme sind, dass manchen Inhaltsstoffe gar nicht in den Inhaltslisten angegeben werden müssen oder bei manchen unklar ist, ob der Stoff tierisch oder vegan ist (z. B. Lecithin) [vgl. 12, 13, 20].
Nach meinen Recherchen ist eine Schokolade also dann vegan, wenn dieser keine tierischen Stoffe zugesetzt wurden (Ausnahme: „Spuren“, siehe unten) und im Herstellungsprozess der Schokolade auch keine tierischen Hilfsstoffe verwendet wurden. Am einfachsten und sichersten funktioniert die Vegan-Prüfung für dich, wenn du auf unabhängige Siegel wie das V-Label oder die Veganblume achtest [vgl. 7].
Neben V-Label & Co findet man auf vielen (Schokolade-)Produkten auch die herstellereigenen Vegan-Kennzeichnungen. Hier ist dann beispielsweise „Vegan“ mit einem Schriftzug oder eine Grafik mit Schriftzug abgebildet.
Ich persönlich vertraue grundsätzlich auch auf derartige Hersteller-Kennzeichnungen, da die vegane Lebensweise für mich im Alltag auch praktisch umsetzbar sein muss bzw. nicht über ein gewisses Maß an Komplexität hinauswachsen sollte [siehe dazu auch die Vegan-Definition der Vegan Society, 10].
Aber noch sicherer und transparenter sind normalerweise standardisierte, externe Siegel wie das V-Label, da es sich hierbei kurz gesagt um professionelle, unabhängige Prüfstellen handelt. So werden beim V-Label z. B. auch nicht-deklarationspflichtige Stoffe und Hilfsstoffe garantiert geprüft und Tierversuche definitiv ausgeschlossen [vgl. 21, 20, 22].
Kurz gesagt: Beides ist (für mich) ok, aber wenn ich die Wahl habe greife ich auch eher zu Produkten mit V-Label & Co.
Ist die Verpackung dann auch garantiert vegan?
Nein, auch die Verpackung kann tierische Stoffe enthalten (z. B. Klebstoffe), wird jedoch zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikel noch nicht vom V-Label geprüft [vgl. 12, Stand: 15.05.2026].
Meiner Meinung nach ist dieser Aspekt zumindest aktuell vernachlässigbar, da laut der vielzitierten Definition (der Vegan Society) von Veganismus eine vegane Lebensweise wie erwähnt auch praktisch möglich bzw. umsetzbar sein muss [10].
Und wenn die Hürden quasi unüberwindbar werden, ist das für die allermeisten Menschen eben nicht praktisch umsetzbar bzw. auch für die Tiere nicht zielführend.
Aber voraussichtlich gibt es auch in diesem Punkt künftig Besserung, denn vermutlich wird in Zukunft auch die Verpackung von Prüfstellen wie dem V-Label auf die Vegan-Tauglichkeit überprüft [vgl. 12].
Plan B: Zutatenliste studieren (einfach & schnell)
Solltest du keinerlei Vegan-Kennzeichnung auf der Schokolade finden und trotz dem oben beschriebenen Restrisiko nicht auf die Schokolade verzichten wollen, hilft dir die Zutatenliste bzw. die dort angeführten (tierischen) Inhaltsstoffe weiter.
Praktisch beim Vegan-Check:
(Wichtige) Allergene Inhaltsstoffe – wie etwa Milchpulver – müssen von Hersteller in vielen Ländern in den Zutatenlisten optisch hervorgehoben werden (z. B. mithilfe von GROSSBUCHSTABEN oder in Fettdruck). Dies gilt beispielsweise in Österreich und Deutschland aufgrund einer EU-Verordnung, welche die Kennzeichnung und Hervorhebung diverser Allergene vorschreibt [vgl. 25, 26].
Nicht-vegane Schoko erkennst du also in vielen Fällen sehr schnell anhand von optisch hervorgehobenen Allergenen in der Zutatenliste (z. B. Milch).
Aber Vorsicht: Andere tierische Stoffe wie etwa Honig oder Gelatine müssen NICHT zwingend hervorgehoben werden, da sie in der kennzeichnungspflichtigen Allergenliste (ANHANG II der EU-Verordnung 1169/2011) nicht enthalten sind (Stand: 24.05.2026; gilt innerhalb der EU). [25, 26 (Artikel 21+ANHANG II)]


Die schnelle Sichtung der Allergene hilft dir aber dennoch, da du so nicht ewig die Zutatenliste studieren musst, nur um irgendwann herauszufinden, dass doch Milchpulver drinnen ist.
„Spuren von…“ und trotzdem vegan?
Im Rahmen der Schoko-Produktion kann es theoretisch vorkommen, dass minimale Mengen an Fremdstoffen in die vegane Schokolade gelangen – z. B. aufgrund der Produktion verschiedener Lebensmittel (z. B. vegane + tierische) an einem Ort (Stichwort: Kreuzkontamination).
Daher finden sich auf manchen Verpackungen Hinweise wie: „Kann Spuren von Milch enthalten.“ [vgl. 9, unteres Foto].
Dennoch ist Konsum von Lebensmitteln mit „Spuren“ ethisch vertretbar und vegan. Begründet wird dies laut meiner Recherche u. a. damit, dass Fremdstoffe nicht absichtlich/vorsätzlich beigemengt werden und auch keine zusätzliche Ausbeutung von Tieren stattfindet (keine extra Beschaffung von Milch & Co) [vgl. 10, 16, 9].
Hersteller*innen wollen sich mit Spuren-Angaben beispielsweise auch vor Klagen von Allergiker*innen schützen [vgl. 9, 15].


Auch bei V-Label zertifizierter Schoko kann ein Spuren-Hinweis vorhanden sein [vgl. 23].
Ist Zartbitter-Schokolade vegan?
Im Zuge meiner Recherche bin ich auf eine Quelle gestoßen, die erwähnt, dass dunkle Schokolade ab einem Kakaoanteil von 70% in der Regel vegan ist. Darauf sollte man sich jedoch nicht verlassen, denn auch bei derartigen Anteilen kann einer Zartbitterschokolade Milch bzw. Milchpulver beigemengt werden [vgl. 1, 2].
Das kann ich auch persönlich bestätigen, denn bei einem kurzen Test im Supermarkt habe ich nicht-vegane Schokolade mit einem Kakaoanteil von über 70% gefunden (siehe Bilder). Je höher der Kakaoanteil, desto wahrscheinlicher ist es jedoch vermutlich, vegane Schokolade vorzufinden.






Nicht jede dunkle Schokolade ist automatisch vegan.
So oder so: In jedem Fall lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste bzw. der Kauf von dunkler Schokolade mit einem Vegan-Label (siehe oben).
Ist weiße Schokolade vegan?
Auch weiße Schokolade ist nicht automatisch vegan, denn auch hier können wie bei anderen Sorten tierische Stoffe enthalten sein (z. B. Milchpulver).
Vielleicht denkst du dir jetzt, dass in weißer Schokolade Kuhmilch enthalten sein muss, weil sie wie Kuhmilch weiß bzw. hell ist.
Dem ist aber nicht so, denn auch weiße Schokolade kann rein pflanzlich – also vegan – hergestellt werden: z. B. aus Kakaobutter, Cashewmus, Vanille und Puderzucker [vgl. 4].
Laut dm sei sogar die „ursprüngliche Rezeptur“ von weißer Schokolade vegan und die weiße Färbung sei auf den Verzicht von Kakaopulver in der Herstellung zurückzuführen [6].


Ist vegane Schokolade laktosefrei?
Grundsätzlich kann man sagen, dass vegane Schokolade laktosefrei, also ohne Milchzucker, hergestellt wird. Denn warum sollte sie vegan sein, wenn dort Stoffe tierischer Milch enthalten sind?! [vgl. 8] (Ausnahme: mögliche „Spuren“, siehe oben)
Mir ist jedoch vor einiger Zeit ein Video untergekommen, dass sich mit der künstlichen Herstellung von „echten“ Milchproteinen – für die Produktion von veganem Käse – auseinandersetzt. Dieser Käse würde dann genauso schmecken wie „echter“, tierischer Käse und das Milchprotein wäre genau das gleiche Milchprotein wie eben in Kuhmilch (bioident) [5].
Daher meine persönliche Vermutung, dass künftig auch künstliche bzw. vegane Laktose hergestellt werden könnte und somit auch den Weg in die Schokolade finden könnte. Eine derartige Schokolade wäre dann nach meinem Verständnis gleichzeitig vegan UND laktosehältig. Verkehrte Welt! 😀
Aber aktuell würde ich vermuten, dass vegane Schokolade immer – oder zumindest in den allermeisten Fällen – laktosefrei ist (Ausnahme: mögliche „Spuren“, siehe oben). Ein Blick auf die Zutatenliste schadet aber nie – prüfe also bitte auch selbst, ob die jeweilige Schokolade laktosefrei ist! (z. B. Allergiker*innen).
Welche vegane Schokolade wo kaufen?
Mittlerweile gibt es in fast jedem Supermarkt auch vegane Schokolade.
Ist mal nicht so viel Auswahl verfügbar, gibt es oft „Notlösungen“ wie etwa Manner Waffeln, Oreo Kekse oder Zartbitter- bzw. Kochschokolade (bitte prüfe das jeweilige Produkt, siehe oben).
Häufig kaufe ich vegane Schoko etwa beim Drogeriemarkt „dm“ im Geschäft vor Ort – die Auswahl ist gut und dort gibt es auch viele vegane Schokoriegel! Auch „Müller“ ist nicht schlecht aufgestellt – um die Weihnachtszeit gibt es hier immer diese mega leckeren Lebkuchen der Marke „weiss“ mit dem Fairtrade-Siegel.

Generell finde ich es wichtig, bei der Schokolade möglichst fair gehandelte und ökologisch sinnvolle, hochwertige Produkte (z. B. in Bio-Qualität) zu kaufen.

Die Kakao-Bauern sollen schließlich auch gut davon leben können [vgl. 19] und im Endeffekt hast du hiermit – meiner Erfahrung nach – meistens ein sehr leckeres Produkt am Gaumen!
Kurz gesagt: Fair gehandelte Bio-Schokolade ist eine nachhaltige/vorteilhafte Wahl in vielerlei Hinsicht.
Derartige Wohlfühl-Schokoladen kaufe ich auch gerne in Bioläden, Reformhäusern oder im „Weltladen“ – hier findest du jede Menge leckere, hochwertige Schokolade!


Ansonsten gibt es auch spezialisierte, rein vegane Onlineshops wie etwa vegane-schoki.de oder Onlineshops, die neben der Kuh-Milch-Schokolade auch vegane Schoklade anbieten.

Zotter etwa bietet eine große Auswahl an kleineren, ausgefallenen Schokotafeln, welche ich schon mehrmals testen konnte und weiterempfehlen würde (siehe Fotos oben). Geschmacklich überzeugend und fair gehandelt.
Die beste vegane Schokolade
In den letzten Jahren ist das Angebot an veganer Schokolade meinem Empfinden nach deutlich gewachsen. Es gibt immer wieder neue Marken, Geschmacksrichtungen und Formen. Daher ist es auch recht schwierig den Überblick zu behalten.
Wenn ich aber zurückblicke und mich für ein Highlight entscheiden müsste, wäre es der Bio Haselnuss Schokoriegel von vegó – mein Alltime-Favorit!


Der vegó-Riegel verfügt über Zutaten in Bio-Qualität, über das Fairtrade-Siegel und ist meiner Meinung nach einfach nur mega-lecker. Er ist vergleichsweise schon lange am Markt erhältlich und ich kaufe ihn meistens vor Ort bei dm ein.
Bei Instagram habe ich euch gefragt, was eure liebste vegane Schoko ist. Folgendes ist dabei rausgekommen:





