Vegane Schuhe: Wo kaufen und wie gut sind sie?

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„Vielleicht 1 Paar! Ich schau mal!“
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  • Beitrag zuletzt geändert am:23. Februar 2024
  • Beitrags-Kategorie:Ethik / Nachhaltigkeit
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  • Lesedauer:14 min Lesezeit

Veganismus ist nicht nur Ernährung – wenngleich hier der allergrößte Hebel liegt – auch Kleidung & Schuhe können Tierleid mit sich bringen. Gute vegane Schuhe zu finden, die den eigenen Ansprüchen gerecht werden, ist meiner Erfahrung nach jedoch gar nicht so einfach. Dennoch ist es heutzutage sehr gut möglich schicke vegane Treter zu finden, man muss nur wissen wo…

In diesem Blogartikel möchte ich meine persönlichen Erfahrungen bei der Suche nach veganen Schuhen teilen und so dem*der einen oder anderen Suchenden ein klein wenig weiterhelfen [unbezahlte Werbung].

Tierisches in Schuhen

Analog zu vielen anderen Produkten, können auch in Schuhen tierische Erzeugnisse – mehr oder weniger offensichtlich – verarbeitet sein.

Beispiele für nicht-vegane Materialien in Schuhen:

  • tierisches Leder (z.B. Rindsleder)
  • nicht-vegane Klebstoffe (z. B. darin enthaltene Milchproteine, Knochen, Sehnen etc.)
  • Schafwolle (z. B. Merinoschafwolle für Hausschuhe)
  • Lammfell (z. B. Innenmaterial bei Pantoffeln)

Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, sollte beim Kauf genau hinzusehen und sich informieren. Am leichtesten tut man sich vermutlich, wenn die Schuhe vegan-gelabelt sind oder man dort einkauft, wo es ausschließlich vegane Schuhe gibt.

Online vs. Offline

Ich persönliche kaufe meine Schuhe lieber im stationären Ladengeschäft um die Ecke als im Netz. Einerseits, weil ich Schuhe probieren möchte: Passt die Größe und wie sehen die Treter an meinen Füßen aus? Andererseits, weil es auch nachhaltiger ist, wenn man regional kauft und Transportemissionen einspart.

Vorteil im Geschäft: Mehrere Schuhe probieren und gleich mitnehmen!

Bei einer Bestellung über das Internet ist das anders: Nach der Lieferung gibt es ziemlich sicher eine (oder mehrere) Retoure(n), da mehrere Größen bestellt werden müssen um zu sehen welche Schuhe wirklich passen. Je nach Marke und Modell können diese eben unterschiedlich geschnitten sein – man kennt’s! Im Worst-Case passt gar keine Variante, da der Schuh einfach nicht zum Fuß passen will.

Im Ladengeschäft hingegen werden nach und nach mehrere Varianten probiert, bis schlussendlich ein Paar gefällt und auch gleich mitgenommen wird – easy! Dennoch: Die Suche im Web offenbart natürlich eine wesentlich größere Auswahl und erfolgt bequem vom Sofa aus.

100% veganer Schuh-Onlineshop.

Mein Tipp: Zuerst in regionalen Ladengeschäften nach veganen Schuhen Ausschau halten und erst wenn dort nichts Passendes gefunden wird im Internet stöbern.

Vegane Alternativen zu Leder & Co

Bei meiner Suche nach veganen Schuhen bin ich schon auf die unterschiedlichsten Lösungen gestoßen, um tierisches Leder & Co zu ersetzen.

Folgendes könnte z. B. in einem veganen Schuh vorkommen:

Derartige pflanzliche Materialien werden dann offenbar miteinander kombiniert, um ein optimales (veganes) Schuhergebnis zu erzielen.

Dem kreativen Erfindergeist scheinen also keine Grenzen gesetzt, cool!

Mittlerweile werden verschiedenste pflanzliche Materialen für die Schuhherstellung genutzt.

Wo vegane Schuhe kaufen?

Wo bekommt nun solche „neumodernen“ Treter her?? Als Mann habe ich die Erfahrung gemacht, dass vor allem hippere Sneaker- und Skate-Stores (z. B. Sneakz, Moreboards, Blue Tomato) vegane Schuhe bzw. Sneakers führen.

Ich hatte bspw. bereits vegane Schuhe von Globe oder aktuell von etnies. Meine zwei Paar von Globe finde ich optisch schön, da diese nicht voll dem Skater-Klischee entsprechen und auch (halbwegs) bürotauglich sind. Bei der Qualität kann ich jedoch über ein Paar kein Loblied singen, die Schuhe sind nach relativ kurzer Zeit hinten an der Ferse beim Übergang zur Sohle etwas aufgerissen.

Ich konnte diese selbst (und zuvor bereits vom Schuster) mit einem starken Kleber reparieren, jedoch ist dann auch vorne bei den Zehen eine undichte bzw. offene Stelle hinzugekommen. Danach kamen die Schuhe von etnies und damit bin ich bis dato sehr zufrieden:

Dieser vegane Schuh hilft dabei Bäume zu pflanzen („Trees for the Future“).

Aber nicht nur spezialisierte Sneaker-Stores, auch große Ketten mit durchschnittlichem Sortiment führen mittlerweile vegane Schuhe. So gibt es bspw. bei der Schuhkette Deichmann die Marke Skechers, welche ebenfalls einige vegane Schuhe anbietet. Meine Freundin Claudia hat schon seit Jahren vegane Skechers und ist damit sehr zufrieden.

Der Tragekomfort ist angehmen, die Dämpfung zum Boden gut und auch das Preis-Leistungsverhältnis passt. Einziges Manko: Bei den als wasserfest gelabelten Skechers konnte diese Eigenschaft in der Praxis (zumindest bei uns) nicht überzeugen. Zumindest sind diese Modelle nicht auf dem Niveau von Schuhen mit einer Gore-tex-Membran.

Schuhe mit Vegan-Label: Praktisch beim Einkaufen!

Auch im Internet bin ich schon öfters auf vegane Schuh-Alternativen gestoßen. Hier eine kleine Liste an Onlineshops, wo du mal nachsehen könntest:

Beim Durchklicken der Onlineshops wird schnell klar, dass der regionale Einzelhandel im Vergleich (noch) nicht mithalten kann.

Hier findest man einfach alles: Vegane Wildlederschuhe, wasserfeste Schuhe, Winterschuhe, Sneaker, vegane Boots mit hohen Absätzen. Es bleiben hier also vermutlich keine (veganen) Schuhwünsche offen.

Ich selbst trage seit kurzem vegane Hausschuhe der Marke „Gumbies“, bestellt vom Onlineshop Avocadostore:

In diesen Schlapfen stecken PET-Flaschen und Rizinusbohnen.

Bisher kann ich sagen: Die Pantoffeln sind warm, schick und angenehm gedämpft.

Was bringt die Zukunft?

Vor allem mehr Angebot an veganen Schuhen imstationären Handel wäre wünschenswert und durchaus denkbar – sollte die Nachfrage nach Vegan weiterhin steigen.

Eventuell entstehen dann auch (mehr) 100%ige vegane Schuhläden, welche wiederum die Nachfrage ankurbeln: Die Beziehung von Angebot und Nachfrage ist eben keine Einbahn, sondern wechselseitig.

„Ich bin 100% vegan und angenehm zu tragen!“

Wer also nach einer vielversprechenden veganen Business-Idee sucht, könnte sich das vegane Schuhbusiness mal genauer ansehen 😉

Auf Seiten der Hersteller gelten die wirtschaftlichen Grundprinzipien natürlich gleichfalls. Hier könnten in Zukunft weitere pflanzliche, widerstandsfähige Schuhmaterialien entwickelt werden. Auch als Produktdesigner hätte man hier also Möglichkeiten.

Hoffentlich gibt es dann in Zukunft auch mehr Angebot an wasser- und winterfesten Schuhen, Wanderschuhen & Co.

Vegane Skechers-Winterschuhe: Gut, aber sie könnten noch etwas wasserfester sein.

Darüber hinaus könnte man darauf achten, sowieso vegane Schuhe als vegan zu Labeln, damit sich Käufer*innen bei der Suche leichter tun.

Schlussendlich kann jede*r einzeln*e von uns etwas beitragen, um die Nachfrage und somit das Angebot zu erhöhen:

  • Im Geschäft nachfragen
  • E-Mails-Schreiben
  • Kommentieren
  • Anrufen
  • Einfach etwas lästig sein 😉

Fazit

Um problematische Stoffe wie tierisches Leder oder nicht-vegane Klebstoffe zu umgehen, gibt es mittlerweile eine ansprechende Auswahl an Materialien bzw. veganen Schuhen. Der stationäre Handel hat diesbezüglich noch Aufholbedarf, vor allem Online findet man eine ansprechendeAuswahl.

Wie immer in der Wirtschaft gelten auch bei veganen Schuhen die Gesetze von Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage nach dem Thema Veganismus ist in den letzten Jahren gestiegen und so auch das Angebot an veganen Schuhen.

Das Niveau ist aber noch lange nicht dort, wo es sich viele Veganer*innen & Co wünschen – bis dahin gilt es noch fleißig zu innovieren, zu gründen und nachzufragen und somit das Angebot zu erhöhen.

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